Belletristische Bücher über Rassismus,  Sachbücher über Rassismus

Rezension: „Sei kein Mann“

uf das Sachbuch „Sei kein Mann: Warum Männlichkeit ein Albtraum für Jungs ist“, übersetzt von Malcolm Ohanwe, aus dem Hanserblau Verlag, war ich sehr gespannt!

Ihr wisst ja, dass ich sehr gerne feministische Bücher lese, und mich sehr für Autorinnen einsetzte, umso gespannter war ich sozusagen die andere Seite zu hören und ich bin positiv überrascht.

Klappentext:

In der Ära von Trump, #MeToo und Attentätern wie in Halle oder Hanau ist Männlichkeit kein positiver Begriff mehr. Der Aktivist JJ Bola sucht Auswege aus der Krise. Dabei betrachtet er Einflüsse aus nichtwestlichen Traditionen, aus Popkultur und der #LGBTQ+-Community und zeigt, wie vielfältig Männlichkeit sein kann.

Meinung:

„Privilegiert zu sein bedeutet, nicht verurteilt zu werden!“

JJ Bola beschreibt empathisch und reflektiert mit welchen Problemen Männer in der westlichen Kultur zu kämpfen haben und untersucht dabei das Konstrukt „Männlichkeit“. Aber nicht nur dass, er zeigt verschiedene gesellschaftliche Missstände auf, geht sensibel und fundiert auf die me- too Debatte ein, thematisiert Diskriminierungen, aufgrund von Hautfarbe und Sexualität, Geschlechterfluidität und erklärt vor allem wie Frauen, Jungen, Teenager und junge Männer unter patriarchalen Strukturen leiden und welche Probleme dadurch entstehen oder befeuert werden.

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Das alles wird durch verständliche Beispiele und einen flüssigen Schreibstil gut vermittelt. Es wird auch die Auseinandersetzung mit typischen Klischees und Sprüchen angeregt, wie „Männer weinen nicht, Männer seien stärker als Frauen, Männer seien rational und Frauen emotional etc.“ Außerdem zeigt er nicht nur Missstände auf, sondern bietet auch Lösungsvorschläge an wie das Heteromänner lernen sollen über ihre Emotionen zu sprechen und dass sie auch ehrlicher und direkter unter Männern sein sollen und mein liebster Rat von ihm: „Männer, lest! „Hört euch an, wie Frauen die Welt erleben. Lest feministische Literatur. Oder schaut euch wenigstens solche Filme an, die euch helfen, mal die Frauenperspektive einzunehmen.“

Fazit:

Es eignet sich gut als Einstieg in die Thematik für alle Interessierten und ich hoffe, dass besonders viele Jungen/Männer, das Buch lesen werden.

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