Historische Romane

Die wahre Achillesverse des Achill

„Das Lied des Achill“ von Madeline Miller aus dem Eisele Verlag hat mich so in den Bann gezogen, dass es jetzt schon zu meinen Jahreshighlights gehört. Miller zaubert aus einer der bekanntesten Kriegsgeschichten eine emotionale, bedeutende, moderne sowie epische Liebesgeschichte von der Szenerie der griechischen Antike.

Klappentext:

Achill, Sohn der Meeresgöttin Thetis und des König Peleus, ist stark, anmutig und schön ― niemand, dem er begegnet, kann seinem Zauber widerstehen. Patroklos ist ein unbeholfener junger Prinz, der nach einem schockierenden Akt der Gewalt aus seinem Heimatland verbannt wurde. Ein Zufall führt die beiden schon als Kinder zusammen, und je mehr Zeit sie gemeinsam verbringen, desto enger wird das Band zwischen ihnen. Nach ihrer Ausbildung in der Kriegs- und Heilkunst durch den Zentauren Chiron erfahren sie vom Raub der Helena. Alle Helden Griechenlands sind aufgerufen, gegen die Spartaner in den Kampf zu ziehen, um die griechische Königin zurückzuerobern. Mit dem einzigen Ziel, ein ruhmreicher Krieger zu werden, zieht Achill in den Kampf um Troja. Getrieben aus Sorge um seinen Freund, weicht Patroklos ihm nicht von der Seite. Noch ahnen beide nicht, dass das Schicksal ihre Liebe herausfordern und ihnen ein schreckliches Opfer abverlangen wird.

Meinung:

Die Geschichte selbst ist mitreißend, eindringlich, unterhaltsam, episch, lebendig und spannend, selbst wenn man das Ende eigentlich kennt. 

In diesem sprachgewaltigen und historisch fundierten Meisterwerk wird die Geschichte von dem antiken Helden Achill auf verblüffend neuartige Weise interpretiert. Miller weicht dabei nicht von dem antiken Stoff ab, aber die Geschichte wird von einer anderen Perspektive geschildert und zwar aus der von Patrokolos. So erhält man einen ganz anderen, neuen, frischen Blick auf den mythologischen Stoff, gerade wenn es um die Belagerung von Troja geht. Die Autorin nutzt dazu Schwach- oder Leerstellen der Ilias für Neuinterpretation. Wunderbar und clever.

Die Protagonisten sind tiefgründig und vielschichtig gezeichnet und es ist eine ungeheure Dynamik sämtlicher Figuren zu spüren. Besonders gut ist die Darstellung der einfühlsamen Seite des grausamen Achills gelungen, seine charakterliche Entwicklung sowie die Liebesbeziehung.

Aus einer innigen Freundschaft der beiden Protagonisten wird eine alles verändernde, unendlich, bewegende und authentische Liebe. Sie gibt den beiden Kraft, lässt sie wachsen und zu den Helden werden, die wir kennen. Dabei ist die geschilderte Liebesgeschichte nicht kitschig, nicht anrüchig, einfach sehr authentisch und tief bewegend.

Die Erzählung besticht durch einen mitreißenden, lyrischen eleganten und berauschenden Schreibstil. Fast schon eine homerische Erzählweise, was es zu einem ganz besonderen Kleinod macht. Millers Sprache ist zauberhaft und lässt damit quasi die Götter und Helden wieder auferstehen. Die großartige Übersetzung von Michael Windgassen macht dies erst möglich. 

Fazit:

Es ist ein mitreißender, einfühlsamer Roman über Liebe und Ehre, Verrat, Krieg und Frieden, Freundschaft, Schicksal und Götter. Eine wahre Abenteuerfahrt erwartet einen sowie eine mitreißende, tragisch, schöne Liebesgeschichte über einen Helden, den wir so nicht kannten. Unbedingt lesen. 

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